Leben v.Chr.

Abfallbeseitigung und Hygiene

Die Stadt Pompeji wurde auf dem Ausläufer eines alten Lava-Hügels von 40 m Höhe am Meer und an der Mündung des Flusses Sarno gegründet. Pompeji war bereits im vierten vorchristlichen Jahrhundert eine bedeutende Stadt. Bedeutender als die nahegelegenen Städte und das noch bescheidene Neapel. Unter dem kaiserlichen Rom wurden Erneuerungs- und Modernisierungsarbeiten vorangetrieben. Es wurden z.B. hohe Bürgersteige geschaffen (mit grossen Steinblöcken zum Überqueren der Fahrstrasse, da diese keine Kanalisation hatte). 
Da schon zu damaliger Zeit eine Art Verursacherprinzip galt, machten es sich die Leute einfach und entsorgten ihren Abfall direkt auf die Strasse oder liessen ihn einfach am Boden liegen.
Die ebenfalls am Boden verstreute Herdasche hatte vielleicht die Aufgabe, den fauligen Geruch einzudämmen. Man fand z.B. Tierknochen, Fischgräten, Eierschalen und dergleichen im Boden einer Küche. Auch in den Hausgärten war der Boden übersät mit Speiseresten, die offenbar dort auf einfachste Art und Weise entsorgt wurden.

 

Diese Steine hatten den Zweck, trockenen Fusses über die mit Abfall überschwemmte Strasse zu gelangen.
Der Abstand der Steine war so bemessen, dass die Eselskarren hindurchfahren konnten.

 

Es gab nur eine geringe Kanalisation und fast alle Einwohner benutzten die öffentlichen und schon damals gebühren - pflichtigen Gemeinschafts-Latrinen. 
Einige Wohnhäuser hatten z.T. auch eigene Sickergruben.
Jedes Gebäude hatte seine eigene Zisterne, deren Wasser aus dem Abfluss vom Dach stammte. Ausserdem wurde aus dem Aquädukt von Serino Wasser abgeleitet und zu den Thermen, den öffentlichen Brunnen und in die Häuser der Reichen geleitet. 

Im Vordergrund ein öffentlicher Brunnen

Im Hintergrund ein steinerner Fussgängerstreifen

Die Thermen

Auch die Thermen konnten nur von Gutsituierten besucht werden, da der Besuch gebührenpflichtig war.

Die Thermen waren sehr gut eingerichtet mit Umkleideraum, Kaltwasserbad, Warmwasserbad und Heisswasserbad.
Es gab getrennte Abteilungen für Männer und Frauen.
Jeder Raum war klimatisiert und zwar durch Warmluft, die durch ein Heizungssystem unter dem Fussbodenbelag zirkulierte und sogar hinter einer doppelten Seitenwand verlief. 
Die Gewölbe vom Umkleideraum sowie vom Kaltwasserbad waren mit wunderschönen Stuckverzierungen geschmückt.

Käufliche Liebe

Die käufliche Liebe ist scheinbar keine Erfindung der Neuzeit.  Bei den Ausgrabungen kamen mehrere dieser Etablissements zum Vorschein.
Als Wegweiser für Ortsunkundige wurden solche Symbole in die Steine der Strasse gemeisselt.

Links: eine Bar

Rechts:  Ein "Etablissement" mit einem steinernen Bett und eindeutig-zweideutigen Wandmalereien.

Vom Korn zum Brot

In einem Viertel Pompejis hat man noch gut erhaltene Mahlsteine und Backöfen ausgegraben.
Diese Bäckereien spielten für das Handelsleben der Stadt sicher eine grosse Rolle und belieferten auch die umliegenden Ortschaften. Anhand der noch am Ort befindlichen Einrichtungen und der illustrativen Malereien, kann man sich eine Vorstellung von dem interessanten Produktionszyklus machen, der sich dort vollzog.
Im folgenden Bild sieht man eine Rekonstruktion des Gesamtzyklus der Arbeit:
"Mühle und Bäckerei vor zweitausend Jahren". 

Links:  Mahlsteine

 

Rechts: alter Backofen

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