Burma: 1. Buddhismus
Golden Rock: wichtigster Wallfahrtsort Burmas
Ca. 90% der Einwohner Burmas
sind Theravada-Buddhisten,
100%
sind unglaublich abergläubisch (Animismus) und verehren alle möglichen
Götter (offiziell gibt’s davon 33) und Geister. Vor allem Nats ( die
ruhelosen Seelen unglücklich verstorbener Prinzen und Prinzessinnen,
37 königlich beglaubigte an der Zahl), spielen eine bedenkliche Rolle.
Wichtig auch Astrologie und Alchemie und Zahlenmystik.
Die
drei Säulen (Juwelen) des Buddhismus: die Person des Buddhas; seine
Lehre; die Gemeinschaft der Gläubigen.
Buddha,
ca.560v.Chr. als Königssohn in Indien geboren.
Sein
Leben (und alle seine früheren Inkarnationen) umrankt von unzähligen,
meist wunderschönen, Geschichten und Mythen.
Seine
Lehre: alles Leben ist Leiden. Die Ursachen des Leidens sind die Leiden-schaften
(Lust, Neid, Besitz, Macht, Angst, auch Sich-am-Leben-Festhalten). Die
Befreiung von allen Leidenschaften hebt das Leiden auf. Die Befreiung ist
nur möglich durch rechte Gesinnung, rechtes Leben, rechtes Handeln.
Der Weg dazu ist lange und führt über zahlreiche Wiedergeburten
(Ansammlung von Karma). Buddha selber hatte über 500 Inkarnationen,
bis er die letzte Weisheit und nach seinem Tod das Nirwana erreichte. Der
Mensch ist autonom und für sein Handeln selber verantwortlich. Jede
Handlung hat ihre Konsequenzen.
Die
Lehren Buddhas wurden von zahlreichen Anhängern niedergeschrieben
und über viele Generationen von Gläubigen ergänzt und ausgeschmückt.
Die Schriften umfassen drei „Körbe“. Der erste Korb enthält u.a.
die Mönchsregeln (227 Regeln sind zu befolgen). Der zweite „Korb“
enthält die Lehrreden des Buddhas und Geschichten über seine
547 Inkarnationen; der dritte Korb umfasst gelehrte Abhandlungen über
den Buddhismus, Psychologie und Philosophie.
Die
buddhistische Gemeinschaft besteht aus Mönchen, Nonnen und Laienanhängern
beiderlei Geschlechts. Die Mönche werden, als auf dem Erlösungsweg
weit Fortgeschrittene, verehrt. Sie sind auch weltliche und religiöse
Lehrer. Für die nicht ordinierten Anhänger des Buddhas gilt:
nicht zu töten, nicht zu lügen, nicht zu stehlen, keine Ehe zu
brechen, keine Rauschmittel einnehmen. Sie können weitere Verdienste
erwerben durch Grosszügigkeit und Ehrerbietung gegenüber den
Mönchen (daher Tempel und Klöster ohne Zahl) und gegenüber
den Mitmenschen).
Es
gibt auch Nonnen, doch sind die nicht ordiniert (kein Lehrauftrag). Jeder
männliche Burmese sollte mindestens einmal im Leben Novize oder Mönch
sein, und wäre es nur für ein paar Wochen. Sie dürfen dann
nur 8 Dinge besitzen und von Mittag an keine feste Nahrung mehr zu sich
nehmen. Eine unerhörte Lebensschule!
Buddhismus
ist die älteste, aber in ihrer Betonung von Toleranz, Ursache-und-Wirkung
und Eigenverantwortung zugleich die „modernste“ der Welt-Religionen.

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