| Scherenschnitte
Scherenschnitt ist eine alte Volkskunst. Besonders bekannt sind die
bäuerlichen Motive in grossformatigen, zarten Bildern aus dem Berner
Oberland und dem Appenzell. Basel ist eher selten auf Scherenschnittmotiven
zu finden. Dies kann sich jedoch ändern, Sujets auch während
der Fasnacht wären genügend vorhanden ...
Wer wagt es?
Auch wenn Ihr nicht mehr so geübt seid im Umgang mit der Schere,
solltet Ihr dieses Abenteuer an einem Regen- oder Nebeltag wagen. Und wenn
es nicht so ganz gelingt. Spass macht es bestimmt.
Frau Doris Braschler, Scherenschnittkünstlerin, wohnhaft
in Schönenbuch, Baselland, hat für uns die nötigsten
Informationen und Anleitungen aufgeschrieben
.
Die hier abgebildeten Scherenschnitte stammen von Frau Braschler und,
wie könnte es anders sein, von unserer Eulendame Nelly Raidler.
Solch
professionelle Arbeiten werden von Euch nicht erwartet, denn dann wärt
Ihr ja bereits Künstler ...
Und jetzt ist Fantasie gefragt. Ob Ihr mit dem Zeichenstift die Rheinfähre.
das Münster. einen Waggis oder sonst ein Schweizer Motiv auf die Rückseite
des Scherenschnitt-Papiers bannt, ist nicht so wichtig, Hauptsache es macht
Spass!
Zum Schluss noch zwei kleine Tipps:
Denkt daran, dass, was Ihr auf die Rückseite zeichnet, nach dem
Umdrehen spiegelbildlich erscheint. Vergesst nicht, immer zuerst
die Innenschnitte auszuführen. denn es ist einfacher und Ihr könnt
die Arbeit am umgebenden Papier noch halten.
Ergänzungen von Nelly Raidler:Das A und O eines guten Resultats
ist eine geeignete Schere. Die wirklich besten, einzigartigen Scheren erhaelt
man bei Messerschmiede Kuersteiner, Langaegertenstr. 3, 8125 Zollikerberg.
Sind etwas teurer als anderswo, doch es lohnt sich. Zum Zweiten: den "...gewoehnlichen,
klartrocknenden Papierleim..." wird mit grossem Vorteil mit etwas Wasser
verduennt (gut vermischen). |
Anleitung
Wir üben zuerst ein wenig, zur Einstimmung und zum warm werden.
Unser Ziel ist eine Glückwunschkarte mit z.B. einer Blume
1. Papier, Bleistift, Gummi
Einseitig schwarz gefärbtes Scherenschnittpapier oder andere dünne
Papiere, wie z.B. Origamipapier verwenden (in grösseren Papeterien
erhältlich) .Papier l x falten und die Hälfte der gewünschten
Blume aufzeichnen.
2. Schere
Sehr spitze Scherenschnittschere verwenden (in Messer-Geschäften
erhältlich). Gut geeignet ist auch ein spitzes Nagelscherli -oder
Nagelhautscherli. Von innen nach aussen arbeiten Zuerst die Innenflächen
der Blüte und die Rippen der Blätter schneiden. Dabei immer schön
in die Ecken schneiden bis das Stück von selbst herausfällt,
nicht herausreissen. Zuletzt den ganzen Umriss ausschneiden. Die Arbeit
langsam in die Schere hineindrehen und regelmäßig schneiden.
Bezwingt Euere Neugierde, öffnet die Arbeit erst am Schluss, sonst
fällt es schwer, sie zum Weiterschneiden wieder genau aufeinanderzulegen.
3. Pinzette, Leim, Schreibkarte
Klar trocknenden Leim verwenden, damit evtl. überstehende Leimreste
unsichtbar sind. Schreibkarten sind in Papeterien in vielen Farben erhältlich.
Arbeit sorgfältig, nötigenfalls mit Pinzette, öffnen.
Flachpressen. Mit einem feinen Pinsel gewöhnlichen, klartrocknenden
Papierleim auf die Rückseite dünn auftragen, zuerst nur eine
Hälfte. Auf die Karte pressen, zweite Hälfte hochheben, einstreichen,
festpressen. Karte beschriften und verschicken.
Ich wünsche viel Glück und Spass. Einen Gewinn habt Ihr ja
schon, nämlich den, eine traditionelle Schweizer Handarbeit kennen
gelernt zu haben.
Gut Schnitt ! Doris Tschan |