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Die
explodierte Konservendose
von
Franz Manser
* * *

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Es
sah ja
wirklich wie nach einer Bombenexplosion
aus. Nachdem ich meine Vermutung wegen der vergessenen
Konservendose der Polizei mitteilte, kam auch sie zum Schluss,
dass das wohl eine Explosion war, doch dann konnte die Theorie
eines Sprengstoffanschlages verneint werden.
Vom Inhalt der Konservendose, die Erbsli und Rüebli enthielt,
konnte nichts mehr gefunden werden. Hingegen hing die Dose,
oder das, was von ihr übrig geblieben war, an der Decke oben
wie angeklebt. Auch die beiden Büchsendeckel wurden nicht
gefunden. Und vorne im Restaurant, das durch ein
Förderband für die Teller mit der Küche
verbunden war, war sehr vieles in Brüche gegangen. Alles was
in der Nähe des Förderbandtunnels stand und
lag wie Gläser, Teller, Tassen, wurde von der
Druckwelle, die aus der Küche kam, zu Boden geblasen
und lag nun als glitzernder Scherbenteppich da.
An den eigentlichen Grund der Explosion kann ich mich nicht mehr erinnern. Nur soviel ist gewiss: Zum "Anwärmen" stellten wir Köche die
Koserven, die als Reserve bereitgestellt wurden, auf den Herdrand. Rutschte nun
einmal eine noch geschlossene Büchse zu nah an eine noch heisse Herdplatte oder
stand sie gar darauf, konnte es diese schon durch Ueberhitzung und dem daraus
entstandenen inneren Druck zum Explodieren bringen.
Auch hier war niemand zu Schaden gekommen - ausser dem
enormen Schrecken, den die Explosion den Gästen und dem
Servierpersonal verpasste. Somit konnte also wieder zur gewohnten
Tagesarbeit übergegangen werden. Das hiess vorerst einmal
aufräumen. Von der Küche war nichts mehr
Brauchbares übrig geblieben und sie musste geschlossen werden.
Von nun an konnten im Restaurant keine Speisen mehr serviert werden.
Ich und meine Küchenmannschaft - es waren ausser mir
alles Frauen - waren hingegen vorerst einmal arbeitslos.
Für mich hatte das keine behördliche oder
betriebliche Folgen. Ich wurde nach Winterthur in das dortige
Einkaufscenter-Restaurant versetzt und meine vier Mitarbeiterinnen in
der bestehenden Verkaufsstruktur weiterbeschäftigt.
Das Restaurant wurde dann auch wegen verschiedenen Baumängeln
geschlossen und der Restaurationsbetrieb ganz aufgehoben. Und
das sehr zur Freude der umliegenden Gaststätten, für
die wir eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz gewesen waren.
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